Über das Werk
Körners Vormittag ist Schillers einzige Komödie, die er zwischen Anfang Juni und dem 2. Juli 1787 als Geburtstagsgeschenk für seinen Freund Christian Gottfried Körner schrieb. Vermutlich wurde das Stück am 2. Juli 1787, Körners 31. Geburtstag, privat in dessen Haus aufgeführt, mit Schiller selbst und Freunden wie Dora Stock und Ludwig Ferdinand Huber in den Rollen; veröffentlicht wurde es erst 1862, postum, unter dem Titel „Ich habe mich rasieren lassen“.
Handlung
Der vielbeschäftigte Oberkonsistorialrat Körner will an einem Vormittag endlich ungestört an einem Manuskript arbeiten, wird aber fortlaufend von Besuchern unterbrochen – Dienstboten, Handwerkern, Freunden, darunter Schiller selbst auf der Suche nach einem Beitrag. Statt der versäumten wichtigen Sitzung bleibt Körner am Ende nur eines: Er hat sich rasieren lassen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück parodiert liebevoll den Dresdner Freundeskreis um Körner und dessen sprichwörtliche Mühe, angefangene Arbeiten abzuschließen; formal orientiert es sich an den in Salonkreisen beliebten französischen Proverbes dramatiques. Voller Anspielungen, die nur der engste Kreis verstand, beschrieb Goethe den Ton des Stücks als eine Art Diebessprache.
