Über das Werk
Oper in drei Akten von Hans Werner Henze zu einem Libretto von Heinz von Cramer nach Carlo Gozzis Märchenspiel „Il re cervo" (1762), komponiert 1953–1955 und in einer von Hermann Scherchen gegen Henzes Willen stark gekürzten Fassung am 23. September 1956 an der Städtischen Oper Berlin im Theater des Westens uraufgeführt. Die vom Komponisten autorisierte vollständige Fassung wurde erst am 5. Mai 1985 an der Staatsoper Stuttgart erstmals gespielt.
Handlung
Der als Kind im Wald ausgesetzte Königssohn wächst bei den Tieren auf und wird als Erwachsener zurück in die Stadt geholt und gekrönt. Seine Liebe zu einem einfachen Mädchen wird vom intriganten Statthalter hintertrieben, der ihn schließlich mit einem Zauberspruch in einen Hirsch verwandelt. Als Hirsch kehrt der König in die Stadt zurück, wird erkannt, der Statthalter getötet – und der König, in Menschengestalt zurückverwandelt, heiratet das Mädchen.
Kulturelle Bedeutung
Die von Scherchen um rund die Hälfte gekürzte Uraufführung löste unter dem Berliner Publikum dennoch begeisterten Applaus aus, wurde von rechten Demonstranten jedoch als Anlass für Protest genutzt. Erst die 1985 in Stuttgart uraufgeführte vollständige Fassung machte den ursprünglichen Reichtum der Partitur zwischen Lyrik und Groteske wieder hörbar und rückte das Werk als eines der aufwendigsten Henzes ins Bewusstsein.