Karl V.
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Karl V.

Ernst Krenek
Oper · 1938

Über das Werk

Karl V. ist ein abendfüllendes Bühnenwerk mit Musik in zwei Teilen von Ernst Krenek nach eigenem Text, komponiert 1932/33 als erste durchgehend zwölftönige abendfüllende Oper der Musikgeschichte. Die von der Wiener Staatsoper in Auftrag gegebene Uraufführung wurde 1934 unter dem Druck NS-naher Kreise abgesagt; sie fand erst am 22. Juni 1938 unter Karl Rankl am Neuen Deutschen Theater in Prag statt, als Krenek bereits emigriert war.

Handlung

Im Kloster San Jerónimo de Yuste blickt der greise, resignierte Kaiser Karl V. 1558 im Gespräch mit einem Mönch auf sein Leben zurück. In Rückblenden erscheinen die zentralen Stationen seiner Herrschaft – der Kampf gegen die Reformation, die Rivalität mit Franz I. von Frankreich, Konflikte mit Papst und Osmanen –, an denen sich sein Scheitern an der erhofften Einheit der Christenheit zeigt. Am Ende stirbt Karl im Angesicht seiner Abdankung, zerrissen zwischen politischem Auftrag und persönlichem Glauben.

Kulturelle Bedeutung

Mit der Wahl der Zwölftontechnik verband Krenek den historischen Stoff bewusst mit einer damals als radikal geltenden Kompositionsweise; die politisch bedingte Verzögerung der Uraufführung um vier Jahre macht das Werk zugleich zu einem Dokument der Kulturpolitik der 1930er Jahre. Krenek kürzte die Oper 1954 von gut drei auf rund zwei Stunden; seither gilt sie als Schlüsselwerk seines Œuvres.

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