Über das Werk
Lyrische Oper in drei Akten von Bohuslav Martinů, der das französische Libretto nach Georges Neveux' surrealistischem Schauspiel „Juliette ou la clé des songes“ (1930) selbst verfasste und es für die Prager Premiere ins Tschechische übertragen ließ. Uraufführung am 16. März 1938 am Nationaltheater Prag unter der musikalischen Leitung von Václav Talich.
Handlung
Der Bücherreisende Michel kehrt in eine Küstenstadt zurück, in der er einst eine singende Frau namens Juliette gehört hat – doch deren Bewohner haben ihr Gedächtnis verloren und leben nur noch im Augenblick. Auf der Suche nach Juliette verstrickt er sich in immer traumhaftere, zeitlich verschobene Begegnungen, bis die Grenzen zwischen Erinnerung, Traum und Wirklichkeit verschwimmen.
Kulturelle Bedeutung
Neveux soll nach der Uraufführung erklärt haben, sein eigenes Stück erst durch Martinůs Musik wirklich verstanden zu haben. Die Oper gilt heute als Martinůs bedeutendstes Bühnenwerk und wird seit den 1990er Jahren zunehmend international gespielt, etwa 2012 an der English National Opera und 2016 an der Staatsoper Berlin.