Über das Werk
Jonny spielt auf ist eine Oper in zwei Teilen (elf Bildern) von Ernst Krenek, der auch das eigene Libretto schrieb. Krenek komponierte das Werk 1926 während seiner Zeit als Kapellmeister am Stadttheater Kassel; die Uraufführung leitete Gustav Brecher am 10. Februar 1927 am Neuen Theater Leipzig.
Handlung
Der Komponist Max liebt die Sängerin Anita, die zugleich vom eitlen Startvirtuosen Daniello umworben wird. Der Jazzgeiger Jonny stiehlt Daniellos wertvolle Geige und schmuggelt sie in Anitas Reisekoffer; als der Diebstahl auffliegt, überschlagen sich die Verwicklungen um Identität und Besitz der Geige. Auf der Flucht vor Jonny gerät Daniello unter einen Zug, während Max und Anita am Ende zueinanderfinden – begleitet von Jonnys Geigenspiel unter einer Bahnhofsuhr, die symbolisch die neue, amerikanisierte Zeit anzeigt.
Kulturelle Bedeutung
Als „Zeitoper“ mit Jazz-, Schlager- und Operettenelementen traf Jonny spielt auf den Nerv der späten Weimarer Republik: Binnen weniger Jahre kam sie an über 40 Bühnen heraus, wurde in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt und auch an der Metropolitan Opera gespielt. Die Figur des Jonny geriet zugleich ins Visier rassistischer und antisemitischer Hetze und diente 1938 als Titelbild der NS-Ausstellung „Entartete Musik“; nach 1933 waren Kreneks Werke in Deutschland verboten.