Über das Werk
Jeeps ist eine Komödie in drei Akten von Nora Abdel-Maksoud, ein Auftragswerk der Münchner Kammerspiele, wo sie am 21. November 2021 in der Regie der Autorin uraufgeführt wurde. 2022 war die Produktion zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Mit messerscharfem Blick, schwarzem Humor und rasantem Sprachwitz seziert Abdel-Maksoud die gesellschaftliche Debatte um Erben, Gerechtigkeit und Klasse.
Handlung
Ausgangspunkt ist eine fiktive Erbrechtsreform: Die bis zu 400 Milliarden Euro, die in Deutschland Jahr für Jahr vererbt werden, gehen nicht mehr automatisch an die Nachkommen, sondern werden per Losentscheid umverteilt – zuständig dafür ist ausgerechnet das Jobcenter. Dort prallen vier Figuren aufeinander: zwei verbohrte Sachbearbeiter und zwei verarmte Antragstellerinnen liefern sich einen pointensprühenden Schlagabtausch zwischen Arbeits- und Erbschaftslosigkeit, Behördenlogik und „Eierstock-Lotterie". Der Text springt zwischen Rückblenden, Dialogen sowie Erzähl- und Erklärpassagen und treibt die Frage auf die Spitze, wie sich behauptete Leistungsgerechtigkeit zur tatsächlichen sozialen Ungleichheit verhält.
Kulturelle Bedeutung
Jeeps gilt als einer der bissigsten und komischsten Beiträge zur Verteilungsdebatte im deutschsprachigen Gegenwartstheater. Nora Abdel-Maksoud, Autorin und Regisseurin in Personalunion, verbindet darin gesellschaftliche Fragen von Gerechtigkeit und Klassismus mit dem Tempo und der Präzision der Boulevardkomödie – und etablierte sich damit als eine der originellsten Komödienstimmen ihrer Generation.
