Über das Werk
Ivanhoé ist ein 1826 für das Pariser Théâtre de l'Odéon zusammengestelltes Pasticcio: Der Musikverleger Antonio Pacini fügte mit Rossinis Billigung Musik aus dessen Opern Semiramide, La Cenerentola, La gazza ladra und Tancredi zu einer neuen Partitur zusammen; erhaltene Manuskriptfragmente zeigen, dass Rossini selbst ein Rezitativ und eine Orchestereinleitung beisteuerte. Das Libretto von Émile Deschamps und Gabriel-Gustave de Wailly folgt Walter Scotts Roman Ivanhoe. Die Uraufführung am 15. September 1826 fand nur drei Wochen vor der Premiere von Rossinis eigener Neufassung Le siège de Corinthe an der Académie royale de musique statt.
Handlung
Die Handlung folgt Walter Scotts Roman um den enterbten sächsischen Ritter Wilfred von Ivanhoe, der verkleidet aus dem Kreuzzug heimkehrt, bei einem Turnier gegen normannische Ritter besteht und zwischen der jüdischen Rebecca und der sächsischen Rowena steht, während im Hintergrund der Konflikt zwischen Sachsen und normannischen Eroberern schwelt.
Kulturelle Bedeutung
Als Pasticcio nach einem der meistgelesenen Romane seiner Zeit machte Ivanhoé Rossinis Musik einem Pariser Publikum außerhalb der Opéra zugänglich und zeigt, wie populär seine italienischen Opern in Frankreich bereits waren; 1829 wurde das Werk unter dem Titel The Maid of Judah auch in London nachgespielt.
