Über das Werk
Tragédie en musique in einem Prolog und fünf Akten von Jean-Baptiste Lully nach einem Libretto von Philippe Quinault, uraufgeführt am 5. Januar 1677 vor dem Hof Ludwigs XIV. im Schloss Saint-Germain-en-Laye. Es war die fünfte gemeinsame Oper von Lully und Quinault und die erste von Lullys Partituren, die noch zu seinen Lebzeiten im Druck erschien.
Handlung
Jupiter verliebt sich in die Nymphe Io und verwandelt sie zum Schutz vor seiner eifersüchtigen Frau Juno in eine weiße Kuh. Juno durchschaut die List, lässt Io vom Ungeheuer Argus bewachen und durch den Höllengeist Hierax quälen, bis Io in eisige Einsamkeit vertrieben wird. Erst Jupiters Fürbitte rettet sie: Io wird zur Göttin Isis erhoben, die in Ägypten verehrt wird.
Kulturelle Bedeutung
Zeitgenossen deuteten Jupiters Wendung von Juno zu Io als Anspielung auf Ludwigs XIV. Wechsel von seiner Mätresse Madame de Montespan zu deren jüngerer Rivalin Madame de Ludres; Montespan soll daraufhin die zweijährige Verbannung Quinaults vom Hof erwirkt haben. Trotz des Skandals rühmten Musiker die kunstvolle Instrumentierung, etwa den fiebrig-frostigen Chor der eisigen Einöde Skythiens, weshalb das Werk als „l'opéra des musiciens“ bekannt wurde.
