Über das Werk
Iphigenie in Delphi ist ein Versdrama in drei Akten von Gerhart Hauptmann, entstanden im Sommer 1940 und 1941 im S. Fischer Verlag erstveröffentlicht. Es bildet den Schluss seiner Atriden-Tetralogie, wurde aber als erstes der vier Stücke uraufgeführt: am 15. November 1941, Hauptmanns 79. Geburtstag, im Schauspielhaus Berlin unter der Regie von Jürgen Fehling.
Handlung
An zwei Tagen am Apollon-Tempel zu Delphi begegnen sich die Geschwister Iphigenie, Elektra und Orest, ohne einander zunächst zu erkennen. Alle drei suchen Sühne für die Bluttaten ihrer Familie. Am Ende stürzt sich Iphigenie freiwillig von den Phädriadenfelsen in den Tod, weil sie einen Göttereid geschworen hat und als Sterbliche nicht in ihre Heimat zurückkehren darf.
Kulturelle Bedeutung
Anders als Goethe deutet Hauptmann den antiken Stoff unter christlichem Vorzeichen: Iphigenie erscheint nicht als humanitäre Retterin, sondern als vollständig Geopferte, die im Tod Erlösung findet. Das während des Zweiten Weltkriegs entstandene Stück kam noch vor den chronologisch vorausgehenden Teilen der Tetralogie auf die Bühne.