Über das Werk
Iphigénie en Aulide ist eine Tragédie lyrique von Christoph Willibald Gluck nach einem Libretto von François-Louis Gand Le Bland Du Roullet, das auf Jean Racines Tragödie „Iphigénie“ (1674) beruht. Die Uraufführung fand am 19. April 1774 an der Pariser Oper unter Glucks eigener Leitung statt – seine erste von sechs vertraglich zugesagten Pariser Opern.
Handlung
Das griechische Heer unter Agamemnon liegt in Aulis fest, weil widrige Winde die Abfahrt nach Troja verhindern. Der Seher Kalchas verkündet, nur das Opfer von Agamemnons Tochter Iphigenie könne die Göttin Diana besänftigen. Agamemnon versucht verzweifelt, das Opfer abzuwenden; im letzten Moment lässt Diana von ihrer Forderung ab und segnet stattdessen Iphigenies Verbindung mit Achill.
Kulturelle Bedeutung
Anfangs nur mäßig erfolgreich, wurde die Oper zu Glucks meistgespieltem Pariser Werk und erlebte zwischen 1774 und 1824 in Paris mehr als 400 Aufführungen. Die Uraufführung markierte zugleich den Auftakt zum Streit zwischen Gluckisten und Piccinnisten um die Vorherrschaft französischer oder italienischer Operntradition.
