Über das Werk
Gerhart Hauptmann entwickelte den Stoff aus einer 1913 begonnenen Paraphrase zu Shakespeares „Sturm"; die Erstausgabe erschien 1920 bei S. Fischer in Berlin. Die Uraufführung des Versdramas in fünf Akten fand am 23. Februar 1922 am Dresdner Schauspielhaus statt – Hauptmann inszenierte gemeinsam mit Paul Wiecke, der auch die Hauptrolle des Prospero spielte.
Handlung
Der schiffbrüchige Europäer Prospero wird von den Bewohnern einer Insel zum Priesterkönig erhoben. Als sein totgeglaubter Sohn Ormann auf der Insel landet, wendet der sich gegen den Vater. Die Insulaner verlangen ein Menschenopfer; Prospero stürzt sich selbst vom Rand des Vulkankraters. Seine Kinder Ormann und Pyrrha, die einander nicht als Geschwister erkennen, verlieben sich ineinander.
Kulturelle Bedeutung
Hauptmann selbst verstand das Werk als eine Art dichterisches Testament, das platonische, buddhistische und christliche Motive verbindet. Die Kritik blieb überwiegend ablehnend; die Forschung urteilte später, der Stoff sei dem Dichter „über den Kopf gewachsen".