Im Herzen der Gewalt
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Im Herzen der Gewalt

Édouard Louis
Theater · 2016
Zeitgenossen

Über das Werk

„Im Herzen der Gewalt“ (Originaltitel „Histoire de la violence“) ist der zweite Roman des französischen Schriftstellers Édouard Louis. Er erschien 2016 bei Éditions du Seuil, die deutsche Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel 2017 bei S. Fischer; das Buch schließt zeitlich an Louis’ Debüt „Das Ende von Eddy“ an und verarbeitet eine Gewalttat, die der Autor an Heiligabend 2012 selbst erlebte. Die Bühnenfassung entstand in Zusammenarbeit von Thomas Ostermeier, Florian Borchmeyer und Louis und kam am 3. Juni 2018 an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin in Ostermeiers Regie heraus.

Handlung

Der Ich-Erzähler Édouard, ein junger Mann in Paris, nimmt in der Weihnachtsnacht einen Fremden namens Reda mit in seine Wohnung. Als er am Morgen sein verschwundenes Handy in Redas Mantel entdeckt, kippt die Begegnung: Reda würgt und vergewaltigt ihn. Édouard erstattet Anzeige und erlebt auch die folgenden Befragungen als neue Verletzung. Der Roman erzählt nicht chronologisch; einen Teil der Ereignisse hört Édouard heimlich mit an, als seine Schwester Clara sie ihrem Mann schildert.

Kulturelle Bedeutung

Der Roman kam 2020 auf die Shortlist des International Dublin Literary Award; die englische Übersetzung von Lorin Stein erschien 2018. Ostermeiers Bühnenfassung entstand als Koproduktion unter anderem mit dem Théâtre de la Ville Paris und St. Ann’s Warehouse, wo sie 2019 auch in New York gastierte. Die Kritik würdigte die genaue Ensemblearbeit, fragte aber, ob die radikal subjektive Wucht der Vorlage auf der Bühne erhalten bleibt.

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