Über das Werk
Melodramma in zwei Akten von Gaetano Donizetti nach einem Libretto von Andrea Leone Tottola, uraufgeführt am 6. Juli 1829 am Teatro San Carlo in Neapel. Die Oper entstand als Festwerk zum Namenstag der Königin Maria Isabella und beruht auf Sir Walter Scotts Roman „Kenilworth“ (1821); die eigentlich für Mai 1829 geplante Premiere verschob sich, weil Donizetti schwer erkrankt war.
Handlung
Der Earl of Leicester hält seine Ehe mit Amelia Robsart am Hof Elisabeths I. geheim, da die Königin ihm selbst zugetan ist. Bei einem Besuch der Königin in Leicesters Schloss Kenilworth wird die heimliche Frau durch eine Intrige samt Giftanschlag enthüllt; am Ende verzeiht Elisabeth dem Paar und erkennt die Ehe an.
Kulturelle Bedeutung
Mit „Il castello di Kenilworth“ wandte sich Donizetti erstmals der englischen Tudor-Geschichte zu, die er später in „Anna Bolena“, „Maria Stuarda“ und „Roberto Devereux“ vertiefte. Das vom Komponisten selbst gering geschätzte Werk geriet bald in Vergessenheit und wurde erst 1977 durch das Label Opera Rara wiederentdeckt.