Über das Werk
Einaktige komische Oper (Farsa/Dramma giocoso) von Gaetano Donizetti, der auch das Libretto verfasste – nach dem französischen Vaudeville „La sonnette de nuit“ von Léon-Lévy Brunswick, Mathieu-Barthélemy Troin und Victor Lhérie. Donizetti schrieb das Werk 1836 unter schwierigen Bedingungen: Kurz zuvor waren seine Eltern und seine kleine Tochter gestorben, eine Choleraepidemie erschwerte die Arbeit, und die großen neapolitanischen Theater steckten in finanziellen Nöten. Um dem kleinen Teatro Nuovo und seinem Impresario zu helfen, komponierte er die Partitur binnen etwa einer Woche.
Handlung
Der Apotheker Don Annibale Pistacchio hat die junge Serafina geheiratet und sie damit ihrem früheren Verehrer Enrico weggenommen. In der Hochzeitsnacht rächt sich Enrico, indem er wiederholt verkleidet die Nachtglocke der Apotheke läutet und mit immer neuen erfundenen Leiden und Rezepten Annibales Pflicht zum nächtlichen Kundendienst ausnutzt. Als Annibale schließlich wegen einer Erbschaftsangelegenheit nach Rom abreisen muss, bleibt Enricos Störmanöver ungehindert.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung am 1. Juni 1836 im Teatro Nuovo in Neapel wurde ein großer Erfolg und stand danach ein Jahrzehnt lang fast jährlich auf dem Spielplan; 1837 ersetzte Donizetti die gesprochenen Dialoge durch gesungene Rezitative. Die rasante Entstehung binnen weniger Tage – laut einem Bericht des Komponisten Adolphe Adam sogar innerhalb einer Woche – gilt bis heute als Beleg für Donizettis außergewöhnliche kompositorische Geläufigkeit.