Über das Werk
Il barbiere di Siviglia ist eine Opera buffa (Dramma giocoso) von Giovanni Paisiello nach einem Libretto von Giuseppe Petrosellini, das auf Pierre Beaumarchais’ Schauspiel „Le Barbier de Séville, ou la précaution inutile“ (1775) beruht. Sie wurde am 26. September 1782 (im damals in Russland gültigen julianischen Kalender der 15. September) im Hoftheater der Eremitage in Sankt Petersburg uraufgeführt, wo Paisiello als Kapellmeister im Dienst Katharinas II. stand.
Handlung
Graf Almaviva verkleidet sich als armer Student „Lindoro“, um die junge Rosina zu erobern, die ihr eifersüchtiger Vormund, der Arzt Bartolo, selbst heiraten will. Mithilfe des findigen Barbiers Figaro verschafft sich der Graf mehrfach Zutritt zum Haus; nach Verwechslungen und einem vereitelten Entführungsversuch Bartolos heiraten Almaviva und Rosina heimlich vor einem Notar.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper galt jahrzehntelang als maßgebliche Vertonung des Beaumarchais-Stoffs und wurde von Wien bis Madrid und London nachgespielt; für eine Wiener Aufführung 1789 komponierte Mozart mit „Schon lacht der holde Frühling“ (KV 580) eine Ersatzarie für Rosina. Erst Gioachino Rossinis gleichnamige Oper von 1816 verdrängte Paisiellos Fassung aus dem Repertoire – deren Uraufführung sorgte bei Paisiellos Anhängern zunächst für Empörung.