Über das Werk
Ifigenia in Tauride ist eine Oper in drei Akten von Gian Francesco de Majo nach einem Libretto von Mattia Verazi, das sich an Euripides' Tragödie und an Claude Guimond de La Touches Schauspiel „Iphigénie en Tauride“ (1757) anlehnt. Sie entstand im Auftrag des Kurfürsten Carl Theodor und wurde am 5. November 1764 am Hoftheater Mannheim uraufgeführt, damals eine der führenden Opernbühnen Europas.
Handlung
Iphigenie, Priesterin der Diana auf Tauris, soll auf Befehl des Tyrannen Thoas einen der beiden gefangenen Griechen opfern und erkennt in einem von ihnen ihren totgeglaubten Bruder Orest. Sie ersinnt einen Plan, beide Gefangenen zu retten und Dianas Kultbild zu entführen, um den auf Orest lastenden Fluch zu brechen; das Werk endet mit Thoas' Tod im brennenden Tempel und der Flucht der Griechen.
Kulturelle Bedeutung
Für den Auftritt der Figur Merodate setzte de Majo in Mannheim sogenannte „Janitscharenmusik“ ein, einen für ein deutsches Publikum damals ungewöhnlichen exotisierenden Klangeffekt. Der Schriftsteller Wilhelm Heinse verglich später de Majos Vertonung mit derjenigen Niccolò Jommellis zum selben Stoff. Nach langer Vergessenheit kam das Werk erst 1999 am Theater Heidelberg wieder auf die Bühne.
