Über das Werk
Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini nach einem Libretto von Felice Romani, uraufgeführt am 11. März 1830 im Teatro La Fenice in Venedig. Romani griff auf sein älteres Libretto für Nicola Vaccais Oper „Giulietta e Romeo“ zurück, das auf der italienischen Erzähltradition zum Romeo-und-Julia-Stoff beruht, nicht direkt auf Shakespeare. Unter einem Zeitdruck von nur anderthalb Monaten verwendete Bellini zudem umfangreiches Material seiner kurz zuvor gescheiterten Oper „Zaira“ weiter.
Handlung
In Verona bekämpfen sich die Familien der Capuleti und Montecchi; Giulietta, Tochter des Capuleti-Oberhaupts, soll den Parteigänger Tebaldo heiraten, liebt aber heimlich Romeo, den Anführer der verfeindeten Montecchi. Ein Aussöhnungsversuch Romeos scheitert, und Giulietta täuscht mit einem Schlaftrunk ihren Tod vor, um der Zwangsheirat zu entgehen. Weil die Nachricht Romeo nicht rechtzeitig erreicht, nimmt er sich am vermeintlichen Grab das Leben, worauf die erwachende Giulietta ihm in den Tod folgt.
Kulturelle Bedeutung
Anders als bei Shakespeare beruht Romanis Text auf der italienischen Erzähltradition um Bandello und Luigi da Porto; Figuren wie die Amme oder Mercutio fehlen, und der Konflikt ist stärker politisch als familiär gefärbt. Die Partie des Romeo, für eine Mezzosopranistin en travesti geschrieben, zählt bis heute zu den anspruchsvollsten Hosenrollen des Belcanto-Repertoires.
