Über das Werk
Horatius Coclès ist ein einaktiger Acte lyrique von Étienne-Nicolas Méhul nach einem Libretto von Antoine-Vincent Arnault über die römische Legende vom Brückenverteidiger Horatius Cocles. Die Uraufführung fand am 18. Februar 1794 an der Pariser Oper statt.
Handlung
Der römische Feldherr Horatius Cocles verteidigt allein die Tiberbrücke gegen die anrückenden Etrusker unter Porsenna und rettet damit die junge Republik. Arnault sah darin eine Parallele zum revolutionären Frankreich, das sich gegen die Monarchien Europas behauptete.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk entstand während der Terrorherrschaft in nur 17 Tagen; laut Arnaults Erinnerungen sollte es die Zensurbehörden für die zeitgleich entstehende, politisch heiklere Oper Mélidore et Phrosine günstig stimmen. Mit prunkvoller Ausstattung erreichte es 1794 achtzehn Aufführungen; ungewöhnlich für eine Oper der Zeit kommt das Werk ganz ohne weibliche Solopartie aus.
