Über das Werk
Oper in vier Akten von Jules Massenet nach Gustave Flauberts Novelle „Hérodias“ (1877), mit einem Libretto von Paul Milliet und Henri Grémont (Pseudonym von Georges Hartmann). Weil die Leitung der Pariser Oper den Stoff für zu heikel hielt, kam das Werk am 19. Dezember 1881 stattdessen am Théâtre de la Monnaie in Brüssel zur Uraufführung.
Handlung
König Herodes begehrt die junge Salomé, die selbst den gefangenen Propheten Jean liebt und ihn vor der Hinrichtung retten will. Herodes' Frau Hérodiade, von Jean öffentlich der Blutschande angeklagt, erzwingt dessen Tod. Als Salomé daraufhin erfährt, dass Hérodiade ihre eigene Mutter ist, tötet sie sich an Jeans Leiche selbst.
Kulturelle Bedeutung
Anders als später bei Richard Strauss' „Salome“ liegt bei Massenet die erotische Obsession bei Herodes, während Salomés Gefühle für Jean eher religiös-schwärmerisch gezeichnet sind. Der Erfolg in Brüssel verbreitete sich rasch: Schon zwei Monate später stand das Werk an der Mailänder Scala auf dem Spielplan, Anfang der 1890er Jahre erreichte es sogar New Orleans.
