Über das Werk
Historiendrama, um 1613 gemeinsam von William Shakespeare und John Fletcher verfasst; Fletcher zeichnet stilanalytisch für mehr als die Hälfte des Textes verantwortlich. Die erste belegte Aufführung fand am 29. Juni 1613 im Globe Theatre statt – bei dieser Vorstellung setzte ein Kanonenschuss als Bühneneffekt das strohgedeckte Dach in Brand und zerstörte das Globe vollständig. Gedruckt wurde das Stück erstmals 1623 in der First Folio, unter dem alternativen Titel All Is True.
Handlung
Das Stück zeigt Stationen aus der Regierungszeit Heinrichs VIII.: die Hinrichtung des Herzogs von Buckingham, die Scheidung des Königs von Katharina von Aragon zugunsten Anne Boleyns, den Fall des zuvor mächtigen Kardinal Wolsey sowie die Krönung Annes durch Erzbischof Cranmer. Es endet mit der Geburt der gemeinsamen Tochter Elisabeth und einer Prophezeiung auf deren künftige Regentschaft.
Kulturelle Bedeutung
Wegen seiner ausführlichen Bühnenanweisungen und seines zeremoniellen Prunks blieb das Stück bis ins späte 19. Jahrhundert auf englischen Bühnen beliebt, ist heute aber weitgehend aus dem Repertoire verschwunden; eine vielbeachtete Inszenierung fand 2010 am rekonstruierten Globe Theatre statt.
