Über das Werk
Hecyra („Die Schwiegermutter“) ist eine Komödie des römischen Dichters Terenz und beruht, anders als seine übrigen Stücke, nicht auf einer Vorlage Menanders, sondern auf einem verlorenen Original des Apollodoros von Karystos. Terenz brachte sie 165 v. Chr. bei den Ludi Megalenses erstmals heraus, doch das Publikum lief beim Gerücht auf eine Seiltänzer- und Boxvorführung aus dem Theater; erst der dritte Anlauf, 160 v. Chr. bei den Ludi Romani, führte zum Erfolg.
Handlung
Der junge Pamphilus liebt heimlich die Hetäre Bacchis, wird aber vom Vater verheiratet und gewinnt seine Frau Philumena erst nach der Hochzeit lieb. Während einer Abwesenheit des Sohnes bringt Philumena unerwartet ein Kind zur Welt; ihre Schwiegermutter Sostrata gerät unter Verdacht und wird aus dem Haus gedrängt, bis ein Ring beweist, dass Pamphilus selbst – Monate zuvor, betrunken und unerkannt – der Vater ist. Bacchis klärt am Ende das Missverständnis, ohne Philumena je auf der Bühne zu begegnen.
Kulturelle Bedeutung
Unter den sechs erhaltenen Stücken des Terenz gilt Hecyra als das ungewöhnlichste: Es verzichtet auf die listigen Sklavenfiguren der römischen Komödie und überlässt den Frauen die Auflösung des Konflikts – ein Kunstgriff, den die Forschung als Sonderfall einer „Problemkomödie“ liest.
