Über das Werk
„Hard Times“ (deutsch „Harte Zeiten“, auch „Schwere Zeiten“) ist der zehnte Roman des englischen Schriftstellers Charles Dickens. Er erschien 1854 zunächst in zwanzig Wochenfolgen in Dickens’ eigener Zeitschrift Household Words und noch im selben Jahr als Buch; es ist sein kürzester Roman und der einzige ohne Londoner Schauplatz. Für die Bühne wird der Stoff in eigenen Fassungen bearbeitet, etwa von Lucien Haug für die Inszenierung von Antú Romero Nunes am Thalia Theater Hamburg (Premiere April 2026).
Handlung
In der fiktiven nordenglischen Industriestadt Coketown erzieht der Schulvorsteher Thomas Gradgrind seine Kinder Louisa und Tom ausschließlich nach nüchternen Fakten; Gefühl und Fantasie gelten ihm als überflüssig. Louisa willigt in die Ehe mit dem dreißig Jahre älteren Fabrikanten und Bankier Josiah Bounderby ein, während Tom auf Abwege gerät und die Bank ausraubt. Der Verdacht fällt auf den entlassenen Weber Stephen Blackpool, der mit seiner Freundin Rachael unter den Verhältnissen leidet, während das Zirkuskind Sissy Jupe für Wärme und Mitgefühl steht.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman gilt als scharfe Satire auf das utilitaristische Denken und die sozialen Folgen der Industrialisierung im viktorianischen England. Die Kritik urteilte gespalten: John Ruskin nannte ihn sein liebstes Dickens-Buch, F. R. Leavis nahm ihn in seine „Great Tradition“ des englischen Romans auf, während Thomas Macaulay ihn ablehnte.
