Über das Werk
Half Life ist ein Tanzstück der israelischen Choreografin Sharon Eyal und ihres Ko-Choreografen Gai Behar, 2017 für das Königlich Schwedische Ballett in Stockholm entwickelt und seit 2018 im Repertoire des Staatsballetts Berlin. Zur hypnotischen Technomusik von Ori Lichtik entfaltet Eyal, geprägt von der legendären Batsheva Dance Company und der Gaga-Methode Ohad Naharins, ein minimalistisches, soghaft pulsierendes Bewegungsbild.
Handlung
Das Stück verzichtet auf eine Handlung und arbeitet stattdessen mit der Wirkung eines menschlichen Kaleidoskops. Schon bei geschlossenem Vorhang beginnt die Musik wie ein Herzschlag zu pochen; dann erscheinen Tänzerinnen und Tänzer in hautfarbenen Trikots, die endlos variierte, minimalistische Bewegungen im strengen Gleichtakt ausführen – ein Korps, das fast militärisch diszipliniert und zugleich wie ein einziger, sich windender Organismus wirkt. Zwischen Präzision und Exzess, Disziplin und Ekstase, Kollektiv und Individuum oszillierend, erzeugt Half Life einen unausweichlichen Sog.
Kulturelle Bedeutung
Mit Half Life rüttelte Sharon Eyal 2018 das Berliner Ballettpublikum auf und bewies, dass sich große Opernhäuser nicht nur mit klassischem Ballett füllen lassen. Eyal, die mit Gai Behar die Kompanie L-E-V leitet, hat mit ihrer unverwechselbaren Verbindung von zeitgenössischem Tanz und Clubkultur die europäischen Bühnen im Sturm erobert; Half Life gilt als eines ihrer prägendsten und beliebtesten Werke.