Über das Werk
Guillaume Tell ist ein Drame mis en musique (Opéra comique) in drei Akten von André Grétry nach einem Libretto von Michel-Jean Sedaine, das auf dem gleichnamigen Schauspiel von Antoine-Marin Lemierre (1766) beruht. Die Uraufführung fand am 9. April 1791 an der Comédie-Italienne im ersten Salle Favart in Paris statt.
Handlung
Der Schweizer Wilhelm Tell widersetzt sich der Willkür des habsburgischen Landvogts Gessler, nachdem er bei einem Sturm auf dem Vierwaldstättersee einem verfolgten Bauern das Leben gerettet hat; sein Widerstand entfacht den Aufstand der eidgenössischen Kantone gegen die österreichische Herrschaft.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper traf 1791 mitten in der Französischen Revolution den Nerv der Zeit und wurde mit großer Begeisterung aufgenommen – der Schweizer Freiheitskämpfer war in Paris bereits Jahre vor Schillers „Wilhelm Tell“ (1804) bekannt. 1794 erhielt das Werk den Beinamen „Les Suisses sans-culottes“. Gegenüber Rossinis gleichnamiger, weitaus populärerer Oper von 1829 geriet Grétrys Fassung in Vergessenheit.
