Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten, das Antonio Vivaldi 1735 als einzige Oper für seine Heimatstadt Venedig komponierte – im Auftrag der Familie Grimani, die ihm nach 22 Jahren erstmals wieder ein Theater öffnete. Grundlage war Apostolo Zenos Libretto von 1701 nach einer Erzählung aus Boccaccios „Decameron“, das der junge Carlo Goldoni für Vivaldi gründlich überarbeitete, verkürzte und nach Thessalien verlegte.
Handlung
König Gualtiero von Thessalien hat seine aus dem Volk stammende Frau Griselda verstoßen lassen, um ihre Treue auf die Probe zu stellen, und gibt vor, ihre gemeinsame Tochter Costanza töten zu wollen. Während sich Costanza heimlich mit Prinz Roberto von Athen verbindet und der Adlige Ottone um Griselda selbst wirbt, bewährt sich Griselda in allen Prüfungen. Am Ende erkennt Gualtiero ihre Treue an und die Paare finden zusammen.
Kulturelle Bedeutung
Goldoni beschrieb seine Arbeit an der Vorlage später selbstironisch als „Mord an Zenos Drama, genau wie Vivaldi es wollte“ – trotzdem war die Uraufführung am Teatro San Samuele ein Erfolg. Arien wie „Agitata da due venti“ und „Dopo un’orrida procella“ gehören bis heute zu den meistgesungenen Konzertstücken aus Vivaldis Opernschaffen.
