Über das Werk
Giroflé-Girofla ist eine Opéra-bouffe in drei Akten von Charles Lecocq nach einem Libretto von Albert Vanloo und Eugène Leterrier. Die Uraufführung fand am 21. März 1874 am Théâtre des Fantaisies-Parisiennes in Brüssel statt, die vielbeachtete Pariser Erstaufführung folgte im November desselben Jahres am Théâtre de la Renaissance. Nach „Les cent vierges“ und „La fille de Madame Angot“ festigte das Werk Lecocqs Ruf als führenden Komponisten der französischen Operette.
Handlung
Im mittelalterlichen Spanien steckt der hoch verschuldete Herzog Don Bolero de Malaga zwischen Piraten und einem verfeindeten Nachbarn in Bedrängnis. Um beide Gläubiger zufriedenzustellen, soll er seine Zwillingstöchter Giroflé und Girofla am selben Tag verheiraten. Als Girofla kurz vor der Doppelhochzeit entführt wird, gibt sich Giroflé abwechselnd als beide Bräute aus – eine Verwechslungskomödie, in der eine einzige Sängerin beide Zwillinge verkörpert, bis sich am Ende alle Verwicklungen lösen.
Kulturelle Bedeutung
Das Werk lief in Paris über zweihundert Vorstellungen am Stück und wurde binnen weniger Jahre von London bis Buenos Aires nachgespielt. Die von einer Sängerin doppelt besetzte Zwillingsrolle gilt bis heute als virtuose Paradepartie und Erkennungsmerkmal des Stücks.
