Über das Werk
Drama in fünf Akten von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, uraufgeführt am 16. November 1859 am Moskauer Maly-Theater und im selben Jahr entstanden; der Druck folgte 1860. Das Stück gilt neben „Der Wald“ als eines der bekanntesten Werke des russischen Dramatikers und schildert das enge Sittenregiment einer Kaufmannsfamilie an der Wolga.
Handlung
In der fiktiven Provinzstadt Kalinow lebt Katerina in unglücklicher Ehe unter der Fuchtel ihrer despotischen Schwiegermutter Kabanicha. Während ihr Mann verreist ist, beginnt sie eine heimliche Liebschaft mit Boris, dem Neffen des tyrannischen Kaufmanns Dikoi. Als die Affäre öffentlich wird und Boris von seinem Onkel nach Sibirien geschickt wird, sieht Katerina keinen Ausweg mehr und ertränkt sich in der Wolga.
Kulturelle Bedeutung
Die Literaturkritik des 19. Jahrhunderts, allen voran Nikolai Dobroljubow in seinem Essay „Ein Lichtstrahl im dunklen Reich“, deutete Katerinas Freitod als Aufbegehren gegen die erstickenden Zwänge der russischen Kaufmannswelt und machte das Stück zu einem Schlüsseltext der russischen Gesellschaftskritik. Leoš Janáček vertonte den Stoff 1921 als Oper „Káťa Kabanová“ nach der tschechischen Übersetzung von Vincenc Červinka, und bereits 1864 komponierte Tschaikowski eine Konzertouvertüre zu dem Drama.
