Über das Werk
Geschäft ist Geschäft (Les affaires sont les affaires) ist eine Gesellschaftskomödie in drei Akten von Octave Mirbeau. Nach langem Ringen um eine Aufführung wurde sie am 20. April 1903 an der Comédie-Française in Paris uraufgeführt und avancierte dort zu einem durchschlagenden Erfolg.
Handlung
Der skrupellose Geschäftsmann Isidore Lechat hat sich durch rücksichtslose Spekulationen ein Vermögen von fünfzig Millionen Francs erarbeitet und will seine Tochter Germaine standesgemäß mit einem verarmten Adligen verheiraten, während er seinem Sohn Xavier ein verschwenderisches Leben samt Spielschulden finanziert. Xaviers Tod bei einem Autounfall und Germaines Flucht mit ihrem mittellosen Geliebten Lucien Garraud durchkreuzen seine Pläne und treffen den Geschäftsmann tiefer als jeder finanzielle Verlust.
Kulturelle Bedeutung
Mirbeau schuf mit Lechat einen Charaktertyp, der die käufliche Moral der Dritten Republik verkörpert, in der laut dem Stück Politik, Presse und Justiz dem Geld untergeordnet sind. Nach dem Pariser Erfolg wurde das Stück rasch auch in Deutschland und Russland nachgespielt, wo sich Lew Tolstoi ausdrücklich für das umstrittene Ende aussprach; eine Pariser Wiederaufnahme erreichte 1994/95 rund 400 Vorstellungen.