Über das Werk
Gesäubert (im Original Cleansed) ist ein Theaterstück der britischen Dramatikerin Sarah Kane in zwanzig knappen Szenen. Die Uraufführung inszenierte James Macdonald am 30. April 1998 am Royal Court Theatre in London; die deutschsprachige Erstaufführung folgte am 12. Dezember 1998 an den Hamburger Kammerspielen unter der Regie von Peter Zadek, in der deutschen Fassung von Elisabeth Plessen, Nils Tabert und Zadek selbst.
Handlung
Auf dem eingezäunten Gelände einer ehemaligen Universität, das der sadistische Tinker zu einer Art Besserungsanstalt umfunktioniert hat, versuchen sieben Menschen unter Folter, Drogen und Gewalt an ihrer Liebe und Identität festzuhalten. Unter ihnen sind die Geschwister Grace und Graham, ein homosexuelles Paar sowie eine Tänzerin, deren Körper und Geschlecht im Lauf des Stücks zunehmend ineinander übergehen. Das Stück endet mit einem fragilen Moment des Trosts inmitten der Verwüstung.
Kulturelle Bedeutung
Kanes drastische Bühnenanweisungen zu Folter und Verstümmelung lösten bei der Uraufführung geteilte, teils empörte Reaktionen aus; seither gilt „Gesäubert“ international vielen als eines ihrer bedeutendsten Stücke, das die Grenzen dessen, was auf der Bühne zeigbar ist, radikal auslotet.