Über das Werk
Fervaal ist eine Oper in einem Vorspiel und drei Akten von Vincent d’Indy, der auch das Libretto verfasste; es stützt sich unter anderem auf die Verserzählung „Axel“ des schwedischen Dichters Esaias Tegnér. D’Indy komponierte das Werk zwischen 1889 und 1893; die Uraufführung fand am 12. März 1897 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel statt.
Handlung
Im 5. Jahrhundert kämpft der keltische Fürst Fervaal, dem ein Druide irdische Liebe als Bedingung für seinen Sieg über sarazenische Invasoren verboten hat, in den Cevennen gegen die Angreifer. Als er sich dennoch in die sarazenische Prinzessin Guilhen verliebt, die ihn nach einer Verwundung gepflegt hatte, verliert er die entscheidende Schlacht und tötet im Kampf sogar seinen Lehrer, den Druiden Arfagard. Am Ende steigen Fervaal und die sterbende Guilhen gemeinsam auf einen heiligen Berg, wo sie dem Frost erliegt.
Kulturelle Bedeutung
Mit „Fervaal“ wollte d’Indy, der als junger Mann selbst die Bayreuther Uraufführungen von Wagners „Ring des Nibelungen“ (1876) und „Parsifal“ (1882) miterlebt hatte, ein französisches Gegenstück zu Wagners Musikdramen schaffen; Kritiker wie Paul Dukas lobten das Werk, doch d’Indys Hoffnung auf eine große französische Nationaloper erfüllte sich nicht. Das strenge Leitmotivsystem und Anklänge an Wagner-Figuren wie Brünnhilde, Kundry und Gurnemanz machen „Fervaal“ bis heute zu einem der markantesten Beispiele des französischen Wagnérisme.
