Über das Werk
„Felix Krull“ ist der Bühnentitel von Thomas Manns Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“, einem Schelmenroman in Gestalt erfundener Memoiren. Anregung gab die Lebensbeichte des realen Hochstaplers Georges Manolescu. Die ersten Kapitel schrieb Mann zwischen 1910 und 1913; ein Teilstück erschien 1922 als „Buch der Kindheit“, eine erweiterte Fassung 1937. Erst ab Ende 1950 arbeitete er weiter, 1954 kam der Roman bei S. Fischer als „Der Memoiren erster Teil“ heraus und blieb durch Manns Tod 1955 unvollendet.
Handlung
Felix Krull, Sohn eines Sektfabrikanten aus dem Rheingau, erzählt im Rückblick, wie er sich mit Charme und Verstellung durchs Leben bringt. Nach dem Bankrott des Vaters entgeht er dem Militärdienst mit einem vorgetäuschten epileptischen Anfall und wird in einem Pariser Luxushotel Liftboy, dann Kellner; dort bestiehlt er die Schriftstellerin Madame Houpflé, die ihn dafür nur umso mehr begehrt. Der Marquis de Venosta, der bei seiner Geliebten in Paris bleiben will, schickt Krull unter seinem Namen auf Weltreise. Im Zug nach Lissabon lernt Krull den Paläontologen Professor Kuckuck kennen; in Lissabon umwirbt er dessen Tochter Zouzou und wird von ihrer Mutter verführt, wo der Roman abbricht.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman parodiert Goethes Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ und rückt den Künstler augenzwinkernd in die Nähe des Betrügers. Verfilmt wurde er unter anderem 1957 von Kurt Hoffmann mit Horst Buchholz und 2021 von Detlev Buck. Auf der Bühne wird der Stoff in eigenen Fassungen gespielt, etwa in der von Bastian Kraft, die 2011 am Münchner Volkstheater herauskam und den Hochstapler auf drei Darsteller verteilt.
