Über das Werk
Fedora ist eine Oper in drei Akten von Umberto Giordano auf ein Libretto von Arturo Colautti nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou, das einst für Sarah Bernhardt geschrieben wurde. Die Uraufführung fand am 17. November 1898 am Teatro Lirico in Mailand statt – mit dem jungen Enrico Caruso als Loris. Giordano, durch „Andrea Chénier" berühmt geworden, zählt zu den führenden Komponisten des italienischen Verismo. Fedora verlegt das Geschehen ins mondäne Milieu der Aristokratie zwischen St. Petersburg, Paris und der Schweiz und verbindet Spannungsdramaturgie mit lyrischer Eleganz. Berühmtestes Stück ist die kurze Tenorarie „Amor ti vieta", eine der konzentriertesten Liebeserklärungen der Opernliteratur.
Handlung
Fürstin Fedora Romazow findet ihren Verlobten, Graf Wladimir, ermordet auf. Verdacht fällt auf den Nihilisten Loris Ipanow, dem Fedora Rache schwört. In Paris nähert sie sich Loris an, um ihn zu überführen – und verliebt sich in ihn. Loris gesteht die Tat, offenbart aber, dass Wladimir ein Verhältnis mit seiner Frau hatte und er aus verletzter Ehre handelte. Zu spät erkennt Fedora, dass ihre frühere Denunziation Loris' Bruder und Mutter in den Tod getrieben hat. Als Loris die Wahrheit über Fedoras Verrat erfährt, verflucht er sie; verzweifelt nimmt Fedora Gift und stirbt in seinen Armen, von ihm im letzten Moment vergeben.
Kulturelle Bedeutung
Fedora ist nach „Andrea Chénier" Giordanos erfolgreichstes Werk und ein Paradestück des Verismo. Die Oper gilt als anspruchsvolles Vehikel für große Sopran- und Tenorpersönlichkeiten und enthält mit „Amor ti vieta" einen der berühmtesten kurzen Tenormomente überhaupt. Kuriosität am Rande: In Fedora erklingt früh in der Operngeschichte ein Fahrrad als Teil der mondänen Pariser Kulisse. Trotz Phasen der Vernachlässigung kehrt das Werk dank seiner dramatischen Wucht immer wieder auf die großen Bühnen zurück.
