Über das Werk
Louise Bertins Opera semiseria in vier Akten wurde am 7. März 1831 im Pariser Théâtre-Italien uraufgeführt. Die 21-jährige Komponistin verfasste das Libretto nach Goethes „Faust I“ selbst auf Französisch; Luigi Balocchi, der Hausdichter des Théâtre-Italien, übertrug es ins Italienische, da dort nur italienischsprachig gesungen wurde.
Handlung
Der greise, lebensmüde Gelehrte Fausto ruft den Teufel zu Hilfe, um die Liebe der jungen Margarita zu gewinnen; Mefistofele verjüngt ihn durch Magie. Aus der Verführung erwächst eine Liebe, die in Schuld und Strafe mündet – Bertin folgt darin dem Handlungsbogen von Goethes erstem Teil.
Kulturelle Bedeutung
Ursprünglich für die Sopranistin Maria Malibran geplant, verzögerte sich die Premiere durch die Julirevolution 1830; am Ende sang der Tenor Domenico Donzelli die Titelpartie. Nach nur drei Vorstellungen verschwand die Partitur für rund 190 Jahre aus dem Repertoire, ehe sie 2023 durch das Palazzetto Bru Zane wiederentdeckt wurde.
