Über das Werk
Opera seria in drei Akten von Antonio Vivaldi nach einem Libretto von Antonio Maria Lucchini, das auf einer älteren Vorlage von Francesco Silvani und Marc'Antonio Ziani (1700) beruht. Lucchini verlegte den Stoff vom Cherusker Arminius auf den pontischen König Pharnakes II. und rückte die Gefühle innerhalb dessen Familie in den Mittelpunkt. Die Uraufführung fand am 10. Februar 1727 im Teatro Sant'Angelo in Venedig statt.
Handlung
König Farnace wird von römischen Truppen unter Pompeo geschlagen; seine Schwiegermutter Berenice verbündet sich mit Rom gegen ihn. Aus Angst vor Gefangenschaft befiehlt Farnace seiner Frau Tamiri, den gemeinsamen Sohn und sich selbst zu töten – ein Auftrag, der sich am Ende durch Gnade und Versöhnung auflöst.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung war laut zeitgenössischen Berichten ein uneingeschränkter Erfolg; 1730 wurde das Werk am Sporck-Theater in Prag mit ebenso großem Erfolg wiederaufgenommen. Vivaldi überarbeitete die Oper zwischen 1727 und 1738 insgesamt siebenmal für verschiedene Städte, bevor sie für rund 250 Jahre von den Bühnen verschwand und erst im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde.
