Über das Werk
Eunuchus wurde 161 v. Chr. bei den Ludi Megalenses uraufgeführt und geht auf Menanders Komödie „Eunouchos“ zurück. Der Überlieferung nach wurde es am selben Tag zweimal gespielt und den Aedilen für 8000 Sesterzen abgekauft – die höchste Summe, die bis dahin je für ein Stück gezahlt worden war.
Handlung
Der Athener Phaedria liebt die Hetäre Thais, die zugleich den prahlerischen Soldaten Thraso hofiert, um von ihm Pamphila zu bekommen: ein als Kind von Piraten entführtes Mädchen, das bei Thais als Ziehschwester aufwuchs und deren athenische Familie sie ausfindig machen will. Phaedrias Bruder Chaerea verliebt sich beim Anblick Pamphilas und schleicht sich, als vermeintlicher Eunuch verkleidet, in Thais' Haus, wo er sie vergewaltigt. Erst als sich herausstellt, dass Pamphila eine freigeborene Athenerin ist, kann Chaerea sie heiraten, während sich Phaedria und Thais versöhnen.
Kulturelle Bedeutung
Eunuchus war zu Lebzeiten Terenz' erfolgreichstes Stück und blieb über Jahrhunderte präsent: Augustinus zitiert es im „Gottesstaat“, und Dante lässt die Figur der Thais in der „Göttlichen Komödie“ auftreten.
