Über das Werk
Posse mit Gesang in vier Akten von Johann Nestroy, uraufgeführt am 22. April 1835 im Theater an der Wien; die Musik stammt von Adolf Müller senior. Nestroy schrieb die Titelrolle für seinen Bühnenpartner Wenzel Scholz und übernahm selbst die Rolle des Natzi. Als Vorlage diente Matthäus Stegmayers gleichnamiges Stück von 1808.
Handlung
Der Müller Mehlwurm will seine Mündel Lenchen selbst heiraten, obwohl sie den Jäger Heinrich liebt. Der Schelm Eulenspiegel taucht auf, verspricht den Liebenden zu helfen und schleust sich unter falscher Identität in Mehlwurms Haushalt ein. Als der Gutsherr von Nelkenstein wettet, er könne Eulenspiegel überlisten, entspinnt sich eine Kette von Verkleidungen und Streichen, an deren Ende Heinrich und Lenchen heiraten dürfen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück blieb bis zu Nestroys Tod im Spielplan und erlebte rund 140 Aufführungen. Mit der historischen Eulenspiegel-Sage hat die Figur wenig gemein; die Forschung ordnet sie eher der Hanswurst- und Kasperltradition des Wiener Volkstheaters zu.