Über das Werk
Ermione ist eine Azione tragica in zwei Akten von Gioachino Rossini nach einem Libretto von Andrea Leone Tottola, das auf Jean Racines Tragödie Andromaque beruht. Die Uraufführung fand am 27. März 1819 am Teatro San Carlo in Neapel statt, mit Isabella Colbran in der Titelpartie, Andrea Nozzari als Pirro und Giovanni David als Oreste.
Handlung
König Pirro von Epirus, mit Ermione verlobt, liebt seine Gefangene Andromaca, die Witwe Hektors. Um ihren Sohn zu schützen, willigt Andromaca zum Schein in die Heirat mit Pirro ein, entschlossen, sich danach das Leben zu nehmen. Die gedemütigte Ermione befiehlt dem in sie verliebten Oreste, Pirro zu ermorden; als er die Tat vollbracht hat, überkommen sie Entsetzen und Reue über die eigene Rachsucht.
Kulturelle Bedeutung
Trotz der prominenten Besetzung verschwand die Oper rasch von den Bühnen, vermutlich weil ihre durchkomponierte, von starren Nummernfolgen abweichende Form dem Publikum ungewohnt war. Erst die Wiederaufführung beim Rossini Opera Festival 1987 rückte sie als eines von Rossinis bedeutendsten ernsten Werken zurück ins Bewusstsein.