Über das Werk
Dramma per musica in drei Akten, das Antonio Vivaldi 1723 für das römische Teatro Capranica komponierte – seine erste Oper für Rom. Grundlage war ein bereits 1678 von Giacomo Francesco Bussani verfasstes und für Vivaldi überarbeitetes Libretto um den neunten Kampf des Herkules gegen die Amazonen. Wegen eines päpstlichen Auftrittsverbots für Frauen auf römischen Bühnen sangen bei der Uraufführung ausschließlich Kastraten alle weiblichen Partien.
Handlung
Herkules zieht mit griechischen Kriegern gegen die Amazonenkönigin Antiope am Fluss Thermodon, um deren Waffengürtel zu erobern. Während der Kämpfe entbrennt Theseus in Liebe zu Antiopes Schwester Ippolita, der Krieger Alceste zu ihrer Tochter Martesia; erst nach Vermittlung der Göttin Diana lösen sich die Konflikte zwischen Zorn und Liebe, und die Paare finden zusammen.
Kulturelle Bedeutung
Die Oper wurde bei ihrer Uraufführung rund 30 Mal gespielt, geriet danach jedoch für fast 300 Jahre in Vergessenheit; die vollständige Partitur galt lange als verloren. Erst durch die Zusammenführung von rund 30 in verschiedenen Archiven verstreuten Arien und zwei Duetten sowie deren Rekonstruktion durch Alessandro Ciccolini wurde das Werk ab 2006/07 wieder aufführbar.
