Über das Werk
Von der Forschung als „Problemstück“ eingeordnetes Lustspiel William Shakespeares, das stilistisch um 1601–1603 entstanden sein dürfte; eine Aufführung zu Lebzeiten des Autors ist nicht belegt, die älteste bekannte Wiederaufnahme datiert erst auf das Jahr 1741. Gedruckt wurde der Text erstmals 1623 in der First Folio, vermutlich nach einer unfertigen Werkfassung Shakespeares.
Handlung
Die verwaiste Ärztetochter Helena heilt den todkranken französischen König und darf sich dafür einen Ehemann aussuchen; sie wählt den Grafen Bertram, der die Heirat verabscheut und sofort nach Italien flieht. Helena folgt ihm heimlich und erfüllt, verkleidet als die von Bertram begehrte Diana, in dessen Bett die unmöglich scheinenden Bedingungen, die er für eine Anerkennung der Ehe gestellt hatte. Am Ende erkennt Bertram Helena als seine Frau an.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gehört zu Shakespeares am seltensten gespielten Werken und wurde lange als misslungen abgetan; erst seit dem 20. Jahrhundert wird es verstärkt neu interpretiert, unter anderem wegen seiner ambivalenten Titelheldin Helena. Als literarische Vorlage diente eine Novelle aus Boccaccios Decamerone.