Über das Werk
Hauptmann schrieb dieses Versdrama, zunächst unter dem Arbeitstitel „Das Totenopfer", zwischen August 1942 und Januar 1944; es bildet den dritten Teil seines Atriden-Zyklus. Die Uraufführung fand gemeinsam mit „Agamemnons Tod" am 10. November 1947 in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin statt, Regie Heinz Wolfgang Litten.
Handlung
Am Demetertempel bei Mykene treffen Orest, Elektra und Pylades zusammen. Elektra drängt ihren Bruder zur Rache an der gemeinsamen Mutter Klytämnestra, die einst den Vater Agamemnon ermordete, und übergibt ihm das Mordbeil. Nachdem Pylades den Usurpator Aigisthos getötet hat, erschlägt Orest schließlich die eigene Mutter.
Kulturelle Bedeutung
Die Forschung beschrieb Hauptmanns Orest als zögerliche, Hamlet-nahe Figur, die erst durch die Schwester zur Tat gedrängt wird; Elektras „dämonische Hysterie" gilt als eigenständige Erfindung des Autors gegenüber der antiken Vorlage. Zusammen mit den übrigen drei Teilen erschien das Drama 1959 als gesammelte „Atriden-Tetralogie" im Propyläen Verlag.