Über das Werk
El amor brujo entstand 1914/15 als „Gitanería“ – ein einaktiges Bühnenstück mit Gesang, Tanz und gesprochenem Dialog – im Auftrag der Tänzerin Pastora Imperio, die Manuel de Falla gemeinsam mit ihrer Mutter Rosario la Mejorana andalusische Legenden und Cante-jondo-Gesänge als Vorlage lieferte. Die Uraufführung fand am 15. April 1915 im Teatro Lara in Madrid statt, wurde jedoch schlecht aufgenommen; erst eine grundlegend überarbeitete, dialogfreie Ballettfassung mit größerem Orchester setzte sich durch und wurde am 22. Mai 1925 im Théâtre du Trianon-Lyrique in Paris unter Fallas eigener Leitung erfolgreich uraufgeführt.
Handlung
Die junge Candelas wird von der Erscheinung ihres untreuen, verstorbenen Geliebten verfolgt, deren Geist eine neue Liebe zu Carmelo verhindert. Durch einen listigen Bann – im Zentrum steht der berühmte „Ritualtanz des Feuers“ – gelingt es ihr schließlich, den Geist zu vertreiben und sich Carmelo zuzuwenden.
Kulturelle Bedeutung
Als eines der wichtigsten Werke des spanischen musikalischen Nationalismus verarbeitet El amor brujo unmittelbar aus der andalusischen Flamenco-Tradition geschöpftes Material zu konzertanter Form. Der daraus stammende „Ritualtanz des Feuers“ (Danza ritual del fuego) zählt zu den weltweit meistgespielten Konzertstücken Fallas.