Über das Werk
Posse mit Gesang in drei Akten von Johann Nestroy nach dem französischen Vaudeville „Paris, Orléans et Rouen“ von Jean-François Bayard und Charles Varin (Uraufführung 1. September 1843, Théâtre du Palais-Royal, Paris), uraufgeführt am 3. Januar 1844 im Theater an der Wien als Benefizvorstellung für den Dichter. Nestroy verlegte die Handlung von den französischen Bahnstrecken auf die Linien Wien–Wiener Neustadt–Brünn; die Musik komponierte Andreas Skutta.
Handlung
Zwei Vettern wollen Frauen heiraten, die sie nur durch eine Heiratsvermittlung kennen und noch nie gesehen haben; Verwechslungen bei der Bahnfahrt schicken sie jedoch in die falschen Städte. Der Porträtmaler Patzmann, gespielt von Nestroy selbst, verwickelt sich an den Bahnstationen in die Liebeshändel und stiftet am Ende gleich vier Ehen.
Kulturelle Bedeutung
Die Wiener Theaterzeitung feierte die Aufführung mit „stürmischem Beifall“ als Erfolg; das Stück erlebte 58 Vorstellungen. Laut dem Nestroy-Forscher Otto Rommel brachte es womöglich erstmals einen Bahnhofswartesaal auf die Bühne und griff damit das damals hochaktuelle Thema der neuen Eisenbahn auf.