Über das Werk
Oper von Paul Dessau nach einem Libretto von Karl Mickel, das eine Idee aufgreift, die Dessau schon mit Bertolt Brecht besprochen hatte. Dessau und Mickel legten bewusst kein biografisches Werk an, sondern ein „Zeitstück“ mit Gegenwartsbezügen; komponiert 1971–1973 im Auftrag der Deutschen Staatsoper Berlin, wo es am 16. Februar 1974 unter der Regie von Ruth Berghaus mit Theo Adam in der Titelrolle uraufgeführt wurde.
Handlung
Die Oper zeigt Albert Einstein im amerikanischen Exil, wo er unter dem Druck des Zweiten Weltkriegs an der Entwicklung der Atombombe mitwirkt – gedacht als Abschreckung, nicht zum Einsatz. Nach den Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki fühlt er sich verraten; zwei Physikerfiguren verkörpern gegensätzliche Reaktionen zwischen Anpassung und Idealismus, während Hanswurst-Intermezzi das Geschehen auf einer volkstümlichen Ebene kommentieren.
Kulturelle Bedeutung
Musikalisch verbindet Dessau Stilzitate von Bach bis zum Negro Spiritual mit zeitgenössischer Tonsprache. Die Uraufführung galt als einer der großen Opernerfolge der DDR der 1970er Jahre und gastierte unter anderem in Florenz, Stockholm, Hamburg und Wiesbaden; die selten nachgespielte westdeutsche Erstinszenierung 1980 bei den Ruhrfestspielen bestätigte die Bühnentauglichkeit des Werks.
