Über das Werk
Egeria ist ein Componimento drammatico (Festspiel) in einem Akt von Johann Adolph Hasse nach dem Libretto von Pietro Metastasio. Es wurde am 24. April 1764 im Wiener Burgtheater zur Feier der Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen König uraufgeführt.
Handlung
An der Quelle der Nymphe Egeria bei Rom streiten die Götter Venus, Mars, Merkur und Apollo darüber, wem die Ehre zufällt, der Kaiserin einen Begleiter für die Regierung des Römischen Reichs zur Seite zu stellen. Venus, Mutter des Stammvaters Aeneas, plädiert für den Frieden und schildert die Schrecken des Krieges; Mars, Vater des Stadtgründers Romulus, hält kriegerische Tugenden für den Fortbestand Österreichs unverzichtbar. Egeria entscheidet, dass weder Krieg noch Frieden allein regieren dürfen – nur Joseph vereine beide Tugenden in sich.
Kulturelle Bedeutung
Metastasio selbst nannte Hasses Musik in einem Brief vom 26. April 1764 die harmonischste und zugleich kunstvollste und volkstümlichste, die er je gehört habe, und bezeichnete die Aufführung später als seinen größten Wiener Erfolg.