Über das Werk
Edgar ist eine Oper von Giacomo Puccini nach einem Libretto von Ferdinando Fontana, das sich frei an Alfred de Mussets Versdrama „La Coupe et les lèvres“ (1832) anlehnt. Puccini schloss die Komposition der ursprünglich vieraktigen Fassung 1887 ab; die Uraufführung fand am 21. April 1889 am Teatro alla Scala in Mailand statt. Da das Werk beim Publikum durchfiel, kürzte Puccini es 1892 auf drei Akte und überarbeitete es 1905 erneut.
Handlung
Die Handlung spielt 1302 in Flandern während der Kämpfe gegen Frankreich. Der junge Edgar ist zwischen der treuen Fidelia und der verführerischen Tigrana hin- und hergerissen; er lässt sich zunächst von Tigrana zu einem ausschweifenden Leben verleiten, wendet sich dann Fidelia zu und zieht in die Schlacht. Für tot gehalten, offenbart er sich als lebend, doch die eifersüchtige Tigrana ersticht Fidelia.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung geriet zum Misserfolg und wurde nur wenige Male gespielt; Puccini distanzierte sich später scharf von dem Werk und bezeichnete es als „aufgewärmte Suppe“. Einzelne verworfene Passagen verwendete er später in „Tosca“ weiter; die ursprüngliche vieraktige Fassung galt lange als verschollen, bis sie 2007 wiederentdeckt und 2008 in einer rekonstruierten Fassung aufgeführt wurde.