Über das Werk
Lokales Zauberspiel mit Tanz, Gesang und Tableaux in zwei Akten (fünf Abteilungen) von Johann Nestroy nach Victor Ducanges Melodram „Trente ans, ou la vie d’un joueur“ (1827) in der Bearbeitung von Johann Wenzel Lembert. Das Stück – Nestroys erste abendfüllende Bühnenarbeit – wurde am 20. Dezember 1828 im Landständischen Theater Graz uraufgeführt; die Zensur ließ es nur unter dem Ausweichtitel „Des Wüstlings Radikalkur oder: Die dreyßig Jahre der Verbannung“ zu. Unter seinem eigentlichen Titel kam es am 22. April 1829 im Theater in der Josefstadt erstmals vor Wiener Publikum.
Handlung
Der träge Tunichtgut Longinus wird aus dem Feenreich für dreißig Jahre in die Menschenwelt verbannt. Er verspielt eine Erbschaft, scheitert als Schauspieler und Gasthausdiener, begeht einen Diebstahl und gerät in Haft; erst als Straßenkehrer durchlebt er eine schrittweise Läuterung, ehe er geläutert ins Feenreich zurückkehren darf.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück wurde in Graz sechsmal wiederholt und bis in die 1850er Jahre mehrfach in Wien gespielt; die Kritik lobte Nestroys Spiel als „wahr und naturgetreu“. Von der ursprünglichen, lange verschollenen Grazer Fassung blieb nur ein Teil in späteren Theaterhandschriften erhalten, bis die Wienbibliothek im Rathaus 2006 bei einer Berliner Auktion ein 50-seitiges Manuskriptfragment erwarb, das rund die Hälfte dieses frühesten Textzeugnisses mit erheblichen Abweichungen vom späteren Druck enthält.