Über das Werk
Comédie héroïque in fünf Akten von Jules Massenet, uraufgeführt am 19. Februar 1910 an der Opéra de Monte-Carlo mit einem Libretto von Henri Cain. Grundlage ist nicht Cervantes' Roman selbst, sondern Jacques Le Lorrains Schauspiel „Le Chevalier de la Longue Figure“ (1904), das die schlichte Bäuerin Aldonza in die kokette Dulcinée verwandelt.
Handlung
Der alte Ritter Don Quichotte verliebt sich in die schöne Dulcinée und zieht mit seinem Diener Sancho Pança aus, ihr eine von Räubern gestohlene Perlenkette zurückzuholen. Nachdem er die Räuber durch seine Gutmütigkeit zur Rückgabe bewegt hat, wirbt er um Dulcinée, die ihn freundlich, aber bestimmt abweist. Enttäuscht zieht sich Don Quichotte zum Sterben zurück und glaubt im Tod, Dulcinées Stimme aus einer anderen Welt zu hören.
Kulturelle Bedeutung
Die Titelpartie schrieb Massenet für den russischen Bass Fjodor Schaljapin, die Dulcinée für die Altistin Lucy Arbell, in die der damals 67-jährige Komponist selbst verliebt war. Als eines von sechs Werken, die Impresario Raoul Gunsbourg bei Massenet für Monte-Carlo bestellte, wurde Don Quichotte zu dessen letzter noch selbst erlebter Opernuraufführung; er starb zwei Jahre später.
