Über das Werk
Donizetti schrieb Dom Sébastien 1842/43 als Grand opéra in fünf Akten für die Pariser Opéra, nach einem Libretto von Eugène Scribe, das auf Paul Fouchers Drama Don Sébastien de Portugal beruht. Die Uraufführung fand am 13. November 1843 an der Opéra (Salle Le Peletier) statt – Donizettis letzte zu Lebzeiten uraufgeführte Oper.
Handlung
Das Werk erzählt die Legende um König Sebastian I. von Portugal, der 1578 mit einem Heer nach Marokko zog und in der Schlacht von Alcácer-Quibir fiel oder spurlos verschwand. Aus seinem ungeklärten Tod erwuchs der portugiesische Sebastianismus, der Glaube an seine Rückkehr, den die Oper mit einer Liebes- und Intrigenhandlung am Hof verbindet.
Kulturelle Bedeutung
Die Pariser Uraufführung wurde eher verhalten aufgenommen, während die deutschsprachige Fassung 1845 am Wiener Kärntnertortheater großen Erfolg hatte. Donizettis einziger vollendete Grand opéra geriet danach lange in Vergessenheit und wird erst seit den 1990er Jahren wieder häufiger gespielt; eine kritische Ausgabe von 2004 rekonstruierte die ursprüngliche französische Fassung, die auch die von Adolphe Sax neu erfundenen Bassklarinetten in der Orchestrierung vorsieht.
