Über das Werk
Einakter von Jean Genet, den er in den 1940er Jahren im Gefängnis schrieb; Regisseur Louis Jouvet hatte das Stück angefragt, um einen Abend mit Jean Giraudoux' „Apollon de Marsac" zu ergänzen. Die Uraufführung als „Les Bonnes" fand am 17. April 1947 im Théâtre de l'Athénée in Paris unter Jouvets Regie statt, die deutsche Erstaufführung 1957 in Bonn.
Handlung
Während ihre Herrin abwesend ist, spielen die Schwestern Claire und Solange ein Ritual, in dem sie abwechselnd Madame und Dienerin verkörpern und deren Ermordung durchspielen. Ihr tatsächlicher Plan, Madame mit vergiftetem Tee zu töten, scheitert, weil diese das Haus vorzeitig verlässt; im letzten Ritual trinkt Claire, in der Rolle der Madame, selbst das Gift.
Kulturelle Bedeutung
Das vom Kriminalfall der Schwestern Papin angeregte Stück gilt als Schlüsselwerk zwischen Realismus und Ritualtheater und lehnt konventionelles Illusionstheater bewusst ab; Jean-Paul Sartres Deutung von Genets Werk prägte die spätere Rezeption maßgeblich.