Über das Werk
Aristophanes ließ die Komödie 422 v. Chr. bei den Lenäen aufführen, in einer kurzen Kampfpause des Peloponnesischen Krieges, und erhielt dafür den zweiten Preis.
Handlung
Der alte Philokleon ist süchtig nach seinem Amt als Geschworener und will trotz der Bedenken seines Sohnes Bdelykleon keinen Tag am Gericht verpassen. Als dieser ihn im Haus einsperrt, richtet Philokleon kurzerhand einen Scheinprozess gegen den Haushund ein, der Käse gestohlen haben soll. Erst nach einer scheinbaren Heilung überredet ihn Bdelykleon zu einem Gastmahl, wo der betrunkene Vater neuen Ärger und neue Klagen heraufbeschwört.
Kulturelle Bedeutung
Der Name Philokleon – „Kleon-Freund“ – verweist auf den Politiker Kleon, der kurz zuvor das Richtergeld auf drei Obolen erhöht hatte und damit, so Aristophanes' Vorwurf, die Prozesssucht armer Athener beförderte. Das Stück diente später als Schullektüre und inspirierte Jean Racines einzige Komödie, Die Prozesswut (1668).